Fernsehtraining der Deutschen Welle Akademie in Ouagadougou

Die Funken sprühen nach allen Seiten.  Kader Kaboré setzt den Schweißdraht an und verbindet mit geübtem Griff zwei gebogene Eisenstangen zu einer stabilen Strebe. Ein Hocker entsteht. Kader ist Ausbilder im Kunsthandwerkszentrum Lukaré in Ouagadougou. Mit der Kamera ganz nah dran: Alexandre Meda. „Kannst du den Schweißdraht noch mal ansetzen, wir brauchen noch eine Nahaufnahme, “ sagt Abou Nogo, der verantwortlich Cutter.  Gerade als Kader wieder loslegen will, unterbricht Victor Bassolé, der Journalist der Gruppe: „Und bitte nicht in die Kamera schauen.“ Gruppenarbeit im Rahmen eines Praxis-Fernsehworkshops der Deutsche Welle Akademie.

In Zusammenarbeit mit dem Réseau d’Initiatives de Journalistes (RIJ) organisiert die Deutsche Welle Akademie Anfang Dezember 2014 ein fünftägiges intensives Training zum Thema Fernseh-Reportage.  12 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen privaten Fernsehstationen und auch vom Staatssender RTB  lernen eine Woche lang, wie Alltagsgeschichten im Fernsehen umgesetzt werden können.  Von der Planung, über die Kameraführung bis zum Schnitt und dem Texten auf das Bild setzen sie alle Etappen in praktischen Übungen und danach mit der Produktion einer kurzen Reportage um.

„Mir hat das Training die Augen geöffnet“, sagt der Teilnehmer Alexandre Meda. „Bislang sind wir einfach immer so zum Dreh gegangen und haben ein paar Bilder geschossen. Jetzt weiß ich, was eine gute Planung wert ist.“

Am Ende der Woche sind drei lebensnahe Filme entstanden:  Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren bei einem Schneider, im Kunsthandwerkszentrum und sie haben einen irregulären Markt besucht. Für die meisten eine neue Erfahrung, da sie sonst überwiegend über Seminare und Pressekonferenzen berichten (müssen).

„Die Offenheit, neue Arbeitsweisen auszuprobieren, hat mich sehr gefreut“, sagt Kursleiterin Gerlind Vollmer. „In der kurzen Zeit sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einer Gruppe zusammengewachsen und haben verstanden, dass Fernsehen nur im Team funktioniert.“

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen von insgesamt neun verschiedenen Medien, leiden aber alle unter ähnlichen schwierigen Arbeitsbedingungen: Zu wenig Personal in den Sendern und daher kaum Zeit, um Qualität zu produzieren. Als Ergebnis des Seminars haben sie sich vorgenommen, untereinander in Kontakt zu bleiben, sich gegenseitig zu kritisieren und wenigstens einmal im Monat eine Reportage nach internationalem Standard zu produzieren.

Dass sie dazu in der Lage sind, zeigen sie am Ende des Workshops. Im Rahmen einer improvisierten Live-Sendung mit dem Titel „Ouaga au quotidien“ schaffen sie es, ihre Geschichten mit einem ganz eigenen Blick zu erzählen.

Seit 2014 ist Burkina Faso für die Deutsche Welle Akademie ein Fokusland. Die Bundesrepublik Deutschland fördert über das BMZ menschenrechtlich orientierte Projekte der Medienentwicklung in 2014 mit 500.000 Euro. Das Projekt ist langfristig angelegt und soll bis mindestens 2018 fortgeführt werden. Der TV-Workshop ist ein Teil des umfangreichen Engagements der Deutsche Welle Akademie in Burkina Faso.

Fernsehtraining der Deutschen Welle Akademie in Ouagadougou

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